Am 8.3. 19:00 organisiert das Bündnis Feminism Unlimited Wien eine Demo anlässlich des feministischen Kampftages. Hier findet ihr den Demoaufruf und das Selbstverständnis von feminism.unlimited.w Wir sehen uns bei der Demo!
Raus zum feministischen Kampftag! Für einen universellen Feminismus!
Samstag 8.3.2025 um 19:00
Ceija-Stojka-Platz, 1070 Wien
Mit dem Erstarken von rechtsextremen/reaktionären/faschistischen Ideologien sehen wir die Rechte von Frauen und Queers wieder einmal massiv bedroht. Es fängt bei antifeministischen Narrativen und Gender-Verboten an und geht mit transfeindlichen Gesetzen weiter. Auch diverse Sozialleistungen und Schutzeinrichtungen für Frauen, wie Gewaltschutzzentren, stehen unter Druck und der Gefahr von Kürzungen. Reproduktive Rechte und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper sowie der Zugang zu Transitionen und medizinischer Behandlung, wie Schwangerschaftsabbrüche sind besonders gefährdet. All das wollen wir nicht hinnehmen.
Geschlechterspezifische Gewalt und patriarchale Strukturen sind immer mit anderen Machtstrukturen verschränkt und stehen im Zusammenhang mit kapitalistischen, rassistischen, antisemitischen, ableistischen, cis-normativen und anderen Diskriminierungs- und Unterdrückungsformen.
Lasst uns deshalb zusammen gegen Arbeit, gegen Unterdrückung und Ausbeutung, für die feministische Befreiung und für das gute Leben für Alle auf die Staße gehen und diese Herrschaftsverhältnisse zerschlagen.
Kapitalismus stützt sich auf die Zuweisung von (meist unbezahlter) Carearbeit an Frauen und einer Abwertung derer. Es sind meistens Frauen, und speziell migrantisierte Frauen und Women of Colour, die im kapitalistischen System besonders ausgebeutet werden. Die Pflegearbeit wird in Österreich zum Großteil von migrantisierten Frauen verrichtet, deren Arbeitsbedingungen besonders prekär sind. Durch diese Auslagerung von Carearbeit auf Frauen aus Ostmitteleuropa oder dem Globalen Süden wird die Verwobenheit von Kapitalismus und Rassismus deutlich.
Als antiautoritäres und emanzipatorisches Bündnis aus verschiedenen linksradikalen Organisationen stehen wir für einen universellen Feminismus. Wir haben bereits die Kundgebung am 25.11.2024 am Platz der Menschenrechte gegen patriarchale Gewalt organisiert und haben auch dort klar gemacht: bei uns gibt es keinen Platz für Antisemitismus, Rassismus, Transfeindlichkeit und autoritäres Verhalten!
Kommt deshalb mit uns am 8. März auf die Straße. Wir treffen uns am Ceija-Stojka-Platz, der nach der Porajmos-Überlebenden und Rom*nja-Aktivistin Ceija Stojka benannt ist.
Auf einen kämpferischen 8. März! Alerta Feminista!
Demoaufruf von feminism.unlimited.w
Selbstverständnis von feminism.unlimited.w
Als antiautoritäres Bündnis aus verschiedenen linksradikalen Organisationen stehen wir für einen universellen Feminismus.
Wir haben bereits die Kundgebung am 25.11.2024 am Platz der Menschenrechte gegen patriarchale Gewalt organisiert und haben auch dort klar gemacht: bei uns gibt es keinen Platz für Antisemitismus, Rassismus, Transfeindlichkeit und autoritäres Verhalten! Die Erfahrungen am letzten 8. März und der letzten Monate haben uns den letzten Ruck gegeben und klar gemacht, dass es so nicht weiter geht. Wir können uns nicht auf Organisationen verlassen, die keine Antwort auf autoritäre Gruppen und Antisemitismus haben. Wir brauchen radikalere und emanzipatorische Ansätze, um das Patriarchat zu zerschlagen. Der 8. März gehört uns allen und wir nehmen ihn uns zurück.
Wir als feminism unlimited wien sind ein (queer)feministisches Bündnis, das sich gegen patriarchale, rassistische, antisemitische, ableistische, faschistische und kapitalistische Strukturen richtet, die nach wie vor die Lebensrealität vieler Menschen, allen voran Frauen und Queers, beeinflussen. Wir stehen für einen Feminismus, der niemanden ausschließt.
Als antiautoritäres und emanzipatorisches Bündnis, ist Kapitalismuskritik ein relevanter Bestandteil unserer feministischen Analyse, da es meistens Frauen, und speziell migrantisierte Frauen und Women of Colour sind, die im kapitalistischen System besonders ausgebeutet werden. Kapitalismus stützt sich auf die Zuweisung von (meist unbezahlter) Carearbeit an Frauen und einer Abwertung derer. Die Pflegearbeit wird in Österreich zum Großteil von migrantisierten Frauen verrichtet, deren Arbeitsbedingungen besonders prekär sind. Durch diese Auslagerung von Carearbeit auf Frauen aus Ostmitteleuropa oder dem Globalen Süden wird die Verwobenheit von Kapitalismus und Rassismus deutlich.
Auch der Genderpaygap zeigt, dass noch immer vorwiegend cis Männer vom kapitalistischen System profitieren. Eine gerechte Entlohnung und Aufteilung der Arbeit wäre ein erster Schritt, eine Kollektivierung der Pflege- und Sorgearbeit und die Abschaffung von Arbeit ein weiterer. Das Ziel: das Gute Leben für alle.
Wenn wir sagen, wir stehen für einen universellen Feminismus, dann meinen wir, wir sind solidarisch mit allen Betroffenen von sexualisierter und patriarchaler Gewalt. Das bedeutet auch, die unvorstellbare sexualisierte Gewalt am 7. Oktober 2023 nicht zu relativieren oder gar als „legitimen Widerstand“ zu verklären, sondern diese ohne wenn und aber zu verurteilen.
Unsere Solidarität gilt allen Frauen und Queers, die von islamistischen Regimen unterdrückt, gedemütigt, geschlagen und ermordet werden. Wir sind ebenso solidarisch mit den kurdischen Frauen, die sich gegen den IS und die Angriffe der Türkei zur Wehr setzen, wie mit allen anderen Frauen und Queers, die in Kriegen und Konflikten – egal ob in Gaza, im Sudan, der Ukraine, Syrien und überall sonst – von (sexualisierter) Gewalt betroffen sind.
Unsere Solidarität ist universell und richtet sich auch an alle, die von Mehrfachdiskrimminierung betroffen sind. Denn Antifeminismus, Frauenhass und Queerfeindlichkeit gehen oft Hand in Hand mit Ableismus, Antisemitismus und Rassismus. Mögen europäischer Rechtsextremismus und Islamismus noch so unvereinbar erscheinen – sie sind zwei Seiten der selben Medaille und sie nähren sich aus der rassistischen Spaltung. Deswegen ist eine intersektionale Perspektive unabdingbar.
Die eigenen vier Wände sind für Frauen noch immer der gefährlichste Ort, denn die meisten Täter sind (Ex-) Partner und nahe Familienangehörige. Patriarchale Gewalt ist in ihrer Zuspitzung als phyische Gewalt, Femi(ni)zide und Vergewaltigungen sichtbar. Sie richtet sich überwiegend gegen Frauen und Mädchen und Personen, die nicht in eine starre hetero-Zweigeschlechtlichkeit passen. Sie richtet sich ganz besonders gegen wohnungslose und migrantisierte Frauen und Queers und Frauen und Queers mit Behinderungen. Und sie geht fast immer von cis Männern aus.
Egal wie die faschistischen/rechtskonservativen/reaktionären Regierungen und Machthaber heißen – ob Blau-Schwarz, Putin, Trump, Orban, Erdoğan, … – sie alle haben etwas gemeinsam: Sie bedrohen und schränken zuerst die Rechte von Frauen und Queers ein. Es fängt bei antifeministischen Narrativen und Verboten an und geht mit transfeindlichen Gesetzen weiter. Von (Queer-)Feminist*innen über Jahre erkämpftes – wie köperliche und reproduktive Rechte, Sicherer Zugang zu Abtreibungen, soziale Absicherungen, Schutzeinrichtungen, Betratungsstellen, wird angegriffen und zerstört.
All das wollen wir nicht hinnehmen.
Wir werden nicht leise sein, bis wir alle frei und selbstbestimmt leben können!
Selbstverständnis von feminism.unlimited.w {Stand Februar 2025}