17.11.2009

Demo am 20.11.: Der Olympia die Fackel ausblasen!

Gegen die 150-Jahr-Feier der rechtsextremen Burschenschaft Olympia.

Demonstration am 20.11.2009 – 19:00Uhr – U6-Station Gumpendorfer Straße

Es rufen auf: Autonome Antifa Wien, Fakultätsvertretung Geistes- und Kulturwissenschaften, Gruppe AuA!, Grüne und alternative StudentInnen Wien, Kommunistischer StudentInnenverband – Linke Liste, ÖH Uni Wien, Rosa Antifa Wien (RAW)

Am 20. November begeht die einschlägig bekannte akademische Burschenschaft Olympia im Rahmen ihres 150. Stiftungsfest eine Feier auf ihrer Bude in der Gumpendorferstraße. In der Vergangenheit tat sich dieser Männerbund immer als eine der rabiatesten völkischen und deutschnationalen Verbindungen in Wien und Österreich hervor. So sind immer wieder antisemitische Äußerungen der Olympia zu vernehmen, die beispielsweise das Festhalten am "Arierparagraphen" nach 1945 dokumentieren. Weiters lud die Korporation 2005 den Holocaustleugner David Irving nach Wien ein. Erinnert sei auch an den Olympen Martin Graf, der sich im ORF nicht darauf festlegen lassen wollte, dass im Nationalsozialismus millionenfach Jüdinnen und Juden ermordet wurden. Immer wieder ist es gerade die Olympia, die gegen das bestehende Verbotsgesetz hetzt und darüber hinaus jammert, dass "ein Deutscher über einzelne ’sensible‘ Fragen der Geschiche nur in den von den Umerziehern und ihren deutschen Helfern vorgegebenen Bahnen denken und sprechen" dürfe. Abgesehen davon, dass Frauen generell der Zugang zu den burschenschaftlichen Männerbünden verwehrt wird, äußert sich die Olympia darüberhinaus zur Rolle der Frau wie folgt: "Hast du [•] eine Freundin mit, die weder schön noch still ist, kurz: bist Du auf irgendeine Weise abnormal oder unfröhlich, dann bleib lieber zu Hause." An eben dieser Stelle treffen sich Olympia und FPÖ inhaltlich, wenn letztere in regelmäßigen Abständen gegen den angeblich vorherrschenden "Gender-Wahnsinn" und "MenschInnen" polemisiert und bei Abtreibungen nicht vor Vergleichen mit Holocaust und zweitem Weltkrieg zurückschreckt.

Auch in puncto rechte Gewalt spielte die Olympia in der Vergangenheit in Österreich und darüber hinaus eine führende Rolle. So wurde das erste politische Todesopfer der zweiten Republik, der KZ-Überlebende und Antifaschist Ernst Kirchweger, 1965 auf einer Demonstration gegen den Antisemiten Borodajkewycz vom Olympen Günther Kümel erschlagen. Auch am "Südtirol"-Terrorismus, der insgesamt 21 Menschen das Leben kostete, waren Mitglieder der Olympia tonangebend beteiligt. Dies führte sogar dazu, dass die Olympia aufgrund ihrer Verstrickungen in den Terrorismus 1961 behördlich aufgelöst wurde. Jedoch konnte sie sich zwölf Jahre später wieder neugründen. Auch ein Blick auf die musikalische Veranstaltungspolitik der Olympia in den letzten Jahren liest sich wie ein Who-is-who neonazistischer Liedermacher: Frank Rennicke, Michael Müller und schließlich Jörg Hähnel traten im Verbindungshaus auf.

Und auch aktuell treten Olympia-Mitglieder einschlägig in Erscheinung. Seit nunmehr über einem Jahr bekleidet der "Alte Herr" der Olympia Martin Graf nun schon das Amt des dritten Nationalratspräsidenten. In dieser vergleichsweise kurzen Zeit trat der Parlamentarier verschiedentlich mit jenseitigen Äußerungen an die Öffentlichkeit: So diffamierte Graf den Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, mit dem Vorwurf dieser sei ein "Ziehvater des Linksterrorismus", stellte rechtsrevisionistisch die Zugehörigkeit "Südtirols" zu Italien in Frage und beschäftigte mit Sebastian Ploner und Marcus Vetter zwei parlamentarische Mitarbeiter, die in größeren Mengen bei einem Neonazi-Versand Bestellungen getätigt hatten. Es zeigt sich, dass die Olympia beste Verbindungen sowohl zur FPÖ und ins Parlament, als auch zur militanten Neonazi-Szene hat. Bezeichnend ist auch, dass der Abend im Olympen-Haus den Startpunkt eines nationalistischen und rechtsrevisionistischen Wochenendes markiert. So findet am Tag darauf im Palais Palffy ein Symposium zur imaginierten "Vertreibung und Entstaatlichung Europas" statt, bevor am Abend dann das Tanzbein zu "200 Jahre Tiroler Freiheitskampf" und "150 Jahre Burschenschaft in Österreich" geschwungen wird.

Grund genug der "Festgemeinschaft" am Freitag einen gebührenden Empfang zu bereiten!

Antisemitismus, Sexismus, Rassismus und Homophobie immer und überall entgegentreten!

Staat, Nation und Volksgemeinschaft sind kein Grund zum Feiern!

Burschenschaft Olympia auflösen!