
InTeam 5 - Zeitung der Rosa Antifa Wien
Die Nazis und der 8. Mai
Als bekannt wurde, daß rechtsextreme Burschenschafter planten, am 8. Mai mit einer Kranzniederlegung beim Siegfriedskopf in der Aula der Universität der Uni Wien der Niederlage Deutschlands im 2. Weltkrieg zu gedenken, entschlossen sich Antifas eine Blockadeaktion dagegen durchzuführen, um die Fascho-Veranstaltung zu verhindern.
Da nicht klar war, wann die Burschenschafter genau ihre Kranzniedrelegung geplant hatten, fanden sich bereits um 9 Uhr früh die ersten Antifas in der Aula der Uni Wien ein. Als die Burschenschafter dann um ca. 11 Uhr sich zu sammeln begannen, war die Menge der Antifas bereits auf ca. 60-70 angewachsen, und somit war an einen reibungslosen Ablauf ihrer Veranstaltung für die Burschenschafter nicht mehr zu denken. Also entschlossen sie sich der Konfrontation auszuweichen, und marschierten zum Burgtor um dort ihren Kranz nieder zu legen. Nach einigen Diskussionen folgten ihnen schließlich auch ca. 30 Antifas, und schafften es zumindest die Veranstaltung der Burschenschafter lautstark zu stören. Die Burschenschafter verließen den Gedenkort wieder, die Antifas versuchten ihnen zu folgen, die (extrem aggressive und überforderte) Polizei wollte dies verhindern. Ergebnis: 2 Festnahmen.
Kritik
Als schwerer Fehler sollte es sich herrausstellen, dem KSV maßgebliche Teile der Organisierung überlassen zu haben. So mutierte, ohne Rücksprache mit dem Vorbereitunsplenum, die ursprünglich geplante reine Blockadeaktion zu einer Gedenkkundgebung, zusätzlich wurde dies auch noch entgegen anderslautenden Absprachen publik gemacht. Das ist ärgerlich (und sagt sicher so einiges über das Politikverständnis so mancher Gruppierung aus) aber noch nicht gefährlich. Gefährlich hingegegen ist, wenn der Vertreter einer Gruppe (ja, genau, des KSV) die versammelten AntifaschistInnen (mehrmals) dazu auffordert, die Kundgebung nicht zu verlassen, um direkt antifaschistisch tätig zu werden, und somit eine Spaltung der Kräfte herbeiführt. Extrem gefährlich ist wenn eine Gruppe (ratet mal welche) verspricht die Rechtshilfe zu übernehmen, auch brav eine Rechtshilfenummer verteilt, doch als sie dann wirklich gebraucht wird, gibts keine ernsthafte Rechtshilfe!
Vielleicht wäre es langsam an der Zeit, sich Gedanken zur Zusammenarbeit mit so mancher Gruppe zu machen.
