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InTeam 5 - Zeitung der Rosa Antifa Wien

Frauenkampf!

Frauen haben lange und teilweise blutig für Gleichberechtigung gekämpft. In ein paar wenigen Ländern ist sie festgeschrieben. Sind Frauen dort gleichberechtigt? Nein! Natürlich nicht, Gesetze ändern nichts, schon gar nicht ein Jahrtausende altes Patriarchat. Alle 15 Sekunden wird eine Frau verprügelt, eine Frau wird mit zehnmal größerer Wahrscheinlichkeit vergewaltigt als bei einem Autounfall zu sterben, 90 Millionen der heute lebenden Mädchen wurden genital verstümmelt, 60 Prozent der Frauen in "Entwicklungsländern" haben niemals eine Schule besucht, 8 Millionen Mädchen in den USA werden vor ihrem 18. Lebensjahr sexuell "mißbraucht", 75 Prozent der Flüchtlinge und der Vertriebenen auf der Welt sind Frauen und Mädchen, fast jede Tutsi Frau, die die Massaker in Ruanda überlebte, wurde vergewaltigt, bei illegalen Abtreibungen in Guatemala sterben jeden Tag drei bis fünf Frauen, 70 Prozent der Befragten in einer chinesischen Umfrage stimmten zu, daß "die Jungfräulichkeit einer Frau wichtiger ist als ihr Leben",...

Frauen und Mädchen werden sexuell "mißbraucht"(als ob es einen richtigen Gebrauch geben könnte - eine Frau ist kein Gegenstand), geschlagen, vergewaltigt, verkauft, verschleppt, ausgebeutet usw. Dahinter steckt System. Durch Unterschiede kann dieses System weiter funktionieren. Durch die Unterdrückung der Frau wird es immer jemanden geben, den man ausbeuten kann. All das wird sich kaum durch halbherzige Menschenrechtskonventionen, und Gesetze verändern lassen. Der Kampf um Selbstbestimmung ist noch lange nicht vorbei!

Mein Körper gehört mir

Denkste. So ziemlich jeder Typ auf der Straße glaubt, frau sei zu seinem Vergnügen da. Meldungen wie "Na, Kleine wie wärs mit uns" oder "ich will dich ficken" und tätliche Angriffe sind alltäglich. Wenn frau alleine unterwegs ist, wird sie von Männern als "Freiwild" angesehen. Wenn frau in einer Beziehung lebt oder verheiratet ist, wird sie oft genug vom Mann als ihr Eigentum angesehen und auch so behandelt. Vorschriften wie frau sich zu kleiden hat, was sie tun und zu lassen hat, Prügel, Vergewaltigung (erst seit ein paar Jahren auch in der Ehe strafbar) sind für viele Frauen Alltag, aus dem sie sich selten befreien können. Viele wissen gar nicht wohin mit sich und (meistens auch) den Kindern, Frauenhäuser gibt es zuwenig und den wenigen werden nach und nach seit Jahren die dringend benötigten Subventionen gestrichen. Dem seit Jahren unabhängigen Frauennotruf sind die Förderungen gestrichen worden, mit der Begründung, es gebe ja jetzt einen SPÖ Frauennotruf. Bei all den Sparpaketen in den letzten Jahren haben die HERRschenden am meisten bei den Frauen gespart. Genauso treffen die restriktiven "Asylgesetze" am härtesten Frauen: Vergewaltigung ist in der Praxis kein Asylgrund, die Aufenthaltsgenehmigung ist meistens an den Ehemann gebunden, d.h. wenn eine Frau sich scheiden lassen will, verliert sie oft die Aufenthaltsgenehmigung. Das bedeutet für sie: Wenn sie geschlagen, vergewaltigt, oder das Verhältnis aus irgend einem anderen Grund untragbar wird, hat sie keine Möglichkeit, den Mann zu verlassen...sie ist erpressbar. Frauen, die sich für eine Anzeige wegen Menschenhandel entscheiden, wird noch immer kein Schutz in Form eines Aufenthaltsrechts, eine psychosoziale Betreuung sowie eine geschützte Unterbringung gewährt. In vielen Fällen werden die Frauen direkt nach einer Razzia in Abschiebehaft genommen, und wenn sie für Strafverfolgungsbehörden nicht mehr von Interesse sind, abgeschoben. Sie werden nicht als Opfer einer Straftat mit meißt traumatischen Erlebnissen behandelt, sondern kriminalisiert.

Die "LebensschützerInnen"

Die Möglichkeit, straffrei abtreiben zu lassen, hat frau sich blutig erkämpfen müssen. Ein Schwangerschaftsabbruch ist noch lange nicht in allen Ländern erkämpft. Und in denen, in denen er erlaubt ist, muß der Kampf um den Erhalt dieser Selbstbestimmung geführt werden, denn die "LebenschützerInnen" schlagen zu. In den USA führen AbtreibungsgegnerInnen Bombenanschläge auf Abtreibungskliniken durch, Morddrohungen an ÄrztInnen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, sind an der Tagesordnung, einige sind tatsächlich umgebracht worden. Frauen, die solche Kliniken aufsuchen, werden bedroht, mit Gebeten und Plastikföten drangsaliert. Siehe da, auch in Österkreisch haben sich christliche "LebensschützerInnen" zusammengefunden unter dem Namen "Pro Life", ein weniger radikaler USA Ableger, um hier mit ihrem Gebetsmarsch vor einer Wiener Abtreibungsklinik Frauen mit oben genannten Gebetsseiereien, Bildchen von blutigen Föten zu belästigen, um sie von einer Abtreibung abzuhalten.

Seit 1. Jänner 1975 ist der Schwangerschaftsabbruch bis zum 3. Monat straffrei. Bis dahin starben viele Frauen an den Folgen eines illegalen Eingriffs, weil diese oft unprofessionell durchgeführt wurden und die Frauen bei Komplikationen keine ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen konnten, da ihnen Gefängnis drohte. Immerhin sind zwischen auch noch von 1975 bis 1990 149 Menschen, davon 114 Frauen, wegen einer strafbaren Abtreibung verurteilt worden, in 105 Fällen wurde eine Gefängnisstrafe verhängt.

Auch wenn jetzt Abtreibung straffrei ist, heißt das nicht, daß es unproblematisch wäre, denn Typen (Erzeuger), Eltern usw. glauben, bei der Entscheidung, ob frau ein Kind bekommen will oder nicht, mitreden zu müssen. Oft werden Frauen unter Druck gesetzt abzutreiben weil das Kind dem Typen unbequem wäre, oder aber sie wird gezwungen es zu bekommen. Niemand darf sich in die Entscheidung der Frau einmischen. Nur sie selbst kann über ihren Körper bestimmen. Hat sie sich entschieden muß sie erstmal die Kohle(ab 5000) für den Eingriff auftreiben. Dazu hab ich nur eins zu sagen: Der Typ zahlt mit, ohne wenn und aber. Dann muß sie ÄrztInnen oder Kliniken finden, die diesen Eingriff vornehmen, denn so viele gibt es nicht, vor allem am Land. Dann ist es auch nicht angenehm von moralseiernden Krankenpflegern/schwestern und ÄrztInnen wie Abschaum behandelt zu werden. In ländlichen, bäuerlichen Gegenden kommt noch das Problem dazu, daß viele Mädchen nicht wissen, daß es überhaupt die Möglichkeit gibt. Erstens zu Verhüten, und zweitens Abzutreiben, wie und wo. Nicht zuletzt deswegen landen oft genug Neugeborene auf dem Misthaufen. Mitschuld daran hat die Kirche, die Aufklärung und offenen Umgang mit Sexualität maßgeblich verhindert.

Die Situation in Deutschland

In Deutschland ist die Situation so, daß frau, um eine Abtreibung überhaupt vornehmen lassen zu können, ein "beratendes" Gespräch über sich ergehen lassen muß, denn erst danach wird ihr der Beratungsschein ausgehändigt, die Genehmigung. Es gibt staatliche und christliche Beratungsstellen, wobei klar ist, daß gerade die christlichen es Frauen nicht leicht machen, da ja vor allem Katholiken bekannterweise gegen Abtreibung sind. Frau muß dort dann Fragen beantworten wie "Stellen sie sich vor, ein Jahr ist vergangen, und sie haben das Kind nicht gekriegt. Wie sieht ihr Leben aus?" Mit solchem und anderem Psychoscheiß setzen die "BeraterInnen" den Frauen zu. Sie müssen die Gründe für ihren Wunsch, kein Kind (mehr) in die Welt zu setzen, darlegen. Die Zwangsberatung, so das Strafgesetzbuch, hat "die Frau zur Fortsetzung ihrer Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen." "Klar ist mein Ziel der Lebensschutz" sagt eine Caritas-Beraterin aus Hildesheim, eine Entscheidung für einen Abbruch nennt sie "Abschied" und spricht von "Trauerarbeit"!

Als ob das alles nicht genug wäre gibt es noch den bayerischen Sonderweg (ab Juli 97) mit dem Ziel Schwangerschaftsabbrüche in Bayern faktisch unmöglich zu machen. ÄrztInnen dürfen nur noch max. 25% ihrer Einkünfte aus Abtreibungen bestreiten. Da nur speziell Zugelassenen erlaubt ist, diese durchzuführen, kann nicht einmal ein Bruchteil der ÄrztInnen, die Abrüche vorgenommen haben, diese Bedingungen erfüllen. Von allen kommunalen und staatlichen Krankenhäusern mit gynäkologischen Abteilungen führen lediglich 13 Abbrüche nach der Fristenregelung durch. Bestehende Praxen müssen schließen, neue kommen nicht hinzu. Die betroffenen Frauen müssen lange Anfahrten bzw. einen stationären Krankenhausaufenthalt in Kauf nehmen oder Abbrüche außerhalb von Bayern vornehmen lassen. Es wird alles erdenkliche getan, damit der Schwangerschaftsabbruch ein Horrortrip bleibt. Eine weitere Verschärfung stellt die im Gesetz geforderte aktiv Mitwirkung der Frau im Beratungsgespräch dar, frau muß ihre Gründe für die Erwägung eines Abbruchs darlegen und ihre Identität nachweisen. Außerdem muß die beratende Person die Beratung als abgeschlossen ansehen, frau kann dadurch gezwungen werden, die Beratung mehrmals aufzusuchen, bevor ihr der Schein ausgestellt wird. Durch die intensive Befragung kommen Frauen zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Ziel dieser bayerischen Sonderregelung ist es, Frauen die "moralische Verwerflichkeit" ihres Tuns und einzureden. Die Entscheidung ob eine Schwangerschaft fortgesetzt wird oder nicht, muß ganz allein die Entscheidung der Frau sein.

Die politischen Gründe der Abtreibungsgesetzgebungen

Alle Versuche, Frauen gegen ihren Willen zur Fortsetzung einer Schwangerschaft zu bewegen, ob durch Gesetze, Fristen, Zwangsberatung oder moralischen Druck, gehen davon aus, daß der Staat das Recht hat, über Lebensweg und Lebensplanung von Frauen zu entscheiden. Gerade in Zeiten eines Rückgangs der nationalen Geburtenrate (die Kronenzeitung geriet in Panik) faselt man hier von "drohender Überfremdung", nimmt Abschiebungen vor, und schränkt den Zuzug von MigrantInnen immer weiter ein. International wird versucht, die "katastrophale Überbevölkerung" in der sogenannten 3. Welt "in den Griff" zu bekommen. Über Familienplanungsprogramme, Zwangsabtreibungen, Zwangssterilisationen (teils mit hier nicht zugelassenen, oder noch zu testenden Medikamenten) oder die zwangsweise Verabreichung der Drei-Monats-Spritze soll dort die Bevölkerung reduziert werden. Bei Nichtbefolgung wird den betreffenden Staaten damit gedroht, daß ihnen westliche Kredite gestrichen werden. In Zusammenhang mit dieser rassistisch-nationalen Bevölkerungspolitik steht auch die selektive Abtreibung: So ist es legal und erwünscht bis zum 5. Monat (in Ö) und bis zu einem Tag vor dem Geburtstermin (in D) einen "behinderten" Fötus abzutreiben. Die pränatalen (vorgeburtlichen) Untersuchungen gewinnen einen immer größeren Stellenwert, und die Forschung in diese Richtung wird immer weiter vorangetrieben. Nicht weiter verwunderlich, wenn die Wissenschaft so verbissen nach einem vermeintlichen Gen der Homosexualität sucht. Abtreibung ist erwünscht, wenn es sich um für den Staat und die Gesellschaft um "minderwertiges Menschenmaterial" handelt, das "vernichtet" werden muß. So sind zum Beispiel über 90% der in Indien abgetriebenen Föten weiblich. In den USA wird erwogen Frauen, die sich trotz Anraten einer Abtreibung aufgrund einer möglichen Behinderung des Fötus, für die Fortsetzung der Schwangerschaft entscheiden, die Beihilfen zu streichen.

Eugenik und Rassenhygiene

Wer glaubt, daß mit dem Niedergang des Nationalsozialismus der Nährboden für Eugenik und Rassenhygiene verloren gegangen sei, täuscht sich, wie mensch sieht. Weder die Versuche zur "genetischen Verbesserung der Rasse" durch die Sterilisation von "Behinderten", noch die eugenischen Forschungsansätze wurden eingestellt, weltweit. Eugenische Zwangssterilisationen begannen nicht erst im Jahre 1933 und endeten nicht nach 1945. Eugenik und Rassenhygiene beeinflußten die Politik von Sozialdemokraten und Kommunisten genauso wie die von Nationalsozialisten, Liberalen und Konservativen. So wurden in Schweden bis 1976 über 60 000 Menschen größtenteils gegen ihren Willen sterilisiert, aufgrund eines von den Sozialdemokraten verantworteten Gesetz, das durch Sterilisation die genetische Struktur der Bevölkerung aufbessern sollte. Ebenso in Finnland, Norwegen und Dänemark. In Österreich genügt bei minderjährigen "Behinderten" die Unterschrift der Eltern, um eine Sterilisation durchzuführen. Oder sie wird heimlich durchgeführt, unter dem Vorwand einer anderen Operation, ohne die Einwilligung des/der Betroffenen. Laut Dr. Rett, dem Verfasser des Standardwerks "Das hirngeschädigte Kind", in dem er plädiert Menschen mit niedrigem IQ einer Zwangssterilisierung zu unterziehen, ist jemand, der nicht 75 % IQ erreicht nicht in der Lage ein Kind zu bekommen und zu erziehen. "Körperbehinderte" Frauen wurden gedrängt, sich sterilisiern zu lassen, es gibt sogar Einrichtungen, nicht nur psychiatrische sondern auch Behindertenheime, die Frauen nur aufnehmen, wenn sie sterilisiert sind. Zahlen über Zwangssterilisierungen in Österreich sind nicht bekannt, weil es ein Tabuthema ist und sie meist unter falschem Titel (nämlich aus "gesundheitlichen Gründen") durchgeführt werden.

Die Ideologie der LebensschützerInnen

Sowohl die christlichen als auch die neofaschistischen LebensschützerIn sprechen der Frau jegliches Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper und auf eine eigene Sexualität ab: "Keine Frau hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Sexualleben. Ihre höchste Gabe ist die Mutterschaft. Die verwirklichung ihres Lebenssinn: Ehe und Familie"(!) Lautstark verkündete 1990 der Salzburger(Ex) Bischof Eder: "Wird eine Frau nach einer Vergewaltigung schwanger, dann hat`s ihr Spaß gemacht" Die extreme frauenfeindliche Einstellung der Kirche ist ja hinlänglich bekannt, aber sie macht sich auch Sorgen um das Wohl des Staates und wittert durch die Straffreiheit der Abtreibung eine Gefahr für den Weiterbestand des "Vaterlandes". Weihbischof Laun meint "makaber zu denken, wieviele gesunde(!) Kinder, die wir dringend brauchen(?) würden, der Abtreibung zum Opfer fallen." Wozu "brauchen" sie und der Staat diese Kinder ? Pro Life Marschierer Fischer rechnet vor: "20 Jahre Abtreibung bedeuten 2,3 Millionen verlorene(?) Kinder, die jetzt natürlich als Steuerzahler fehlen." Ach ja natürlich Frauen sollen gutfunktionierende Gebärmaschinen sein, die SteuerzahlerInnen, ArbeiterInnen, SoldatInnen, ChristInnen, weitere Gebärmaschinen usw. reproduzieren, kurz: den Staat erhalten! Nicht mit uns!

Nach Meinung der CDU Ministerin für Jugend, Familie und Frauen Claudia Nolte sollte man Frauen, die abgetrieben haben, als Strafe "zu einem sozialen Jahr im Krankenhaus verpflichten. Die Zeitung "Kirche und Leben" meint zu Abtreibung: "Die Nazis haben ihren Massenmord immerhin(!) noch mit Ideologie versehen, Es war nicht kaltherzige Ich-Sucht, wie etwa heute bei der Abtreibung. Diese Tötung aus rücksichtsloser Selbstsucht ist darum moralisch niedriger anzusetzen." Ein alter Trick der "LebensschützerInnen", Abtreibung und Holocaust gleichzusetzen, um damit Stimmung gegen Frauen zu machen und gleichzeitig den Faschismus zu verharmlosen. Sie bezeichnen oft "den Feminismus als menschenverachtende und zutiefst verbrecherische Ideologie". Nach der Meinung der rechtsextremen LebensschützerInnen macht "jede Abtreibung eines gesunden Kindes einen Platz für einen Ausländer frei".

Das Frauenbild der AbtreibungsgegnerInnen ist stark biologistisch gaprägt. Mutterschaft wird wie im deutschen Faschismus mystifiziert und heroisiert. Die verschiedenen "LebensschützerInnen" (christliche, staatliche, neofaschistische...) ähneln sich im Prinzip in ihren Grundlagen, mehr oder weniger ausgeprägt, in Elitedenken, Ablehnung jeglichen Gleichheitsgedankens, Sexualitätsfeindlichkeit im allgemeinen, insbesondere natürlich bei Frauen, Frauenfeindlichkeit, Rassismus, "AusländerInnen"feindlichkeit und Nationalismus.

Alle versuchen Selbstbestimmung von Frauen zu verhindern, frau soll nicht in ihrem eigenen Interesse selbstbewußt und selbstbestimmt Entscheidungen für sich treffen können. Dies ist Ausdruck einer noch immer HERRschenden frauenfeindlichen Ideologie und dient der Aufrechterhaltung frauenunterdrückender gesellschaftlicher Strukturen.

Sexualität

Von Kindheit an wird frau Sexualität abgesprochen und zerstört. Mädchen werden sexuell "mißbraucht", in der Schule "begrapscht" und "ausgegriffen", auf der Sraße "angemacht", mit frauenfeindlicher Sprache gegängelt (warum heißen Schamlippen Schamlippen - warum muß frau sich dafür schämen? warum kann eine Frau oder ein Mädchen "mißbraucht" werden, einen Gegenstand gebraucht man, nicht aber einen Menschen,... Es ist eine frauenfeindliche Sprache, aber für eine ausführliche feministische Sprachkritik ist jetzt keine Zeit, (vielleicht das nächste mal) Frauen und Mädchen bekommen überall das für sie von den HERRschenden vorgesehene Rollenbild vorgesetzt, darein soll frau sich fügen. Sie soll sich an sich fügen: ihrem Vater, ihrem Mann, ihrem Freier, ihrem Chef, ihren Regierenden... Und vor allem soll sie sich dem Schönheitsideal der Werbung fügen, den Haushalt hüten und die Kinderchen. Und sie soll dem Mann Freude bereiten, besonders im Bett, nach den Regeln, die ihr die Gesellschaft dafür auferlegt hat. Den Mann bloß nicht überfordern, willig sein, ja nicht selbstbestimmt (sonst kriegt er es mit der Angst und keinen hoch und ist dann in seinem männlichen Stolz verletzt).

Früher war meist das einzige, was frau davon hatte, eine Menge Kinder und vielleicht noch obendrein Geschlechtskrankheiten. Heute gibt es das Kondom (bei vielen Männern unbeliebt), die Spirale, das Diaphragma, die Pille...(bei Männern eher beliebt, da müssen sie sich nicht drum kümmern). Die Pharmaindustrie weiß, was Männer wollen, deswegen gibt es haupsächlich Vehütungsmittel für Frauen(ist bequemer für den Mann), weil frau kümmert sich drum. Schließlich ist sie ja betroffen, wenn sie schwanger wird. Es gibt viele Streiterein, ob die Pille etwas zur Frauenbefreiung beigetragen hat, aber eins ist unumstritten: Sie hat Sex für die Frau angstfreier gemacht. Daß sie freilich nicht als solches gedacht war ist klar: Ludwig Haberlandt, ein deutscher Psychologe, der zum erstenmal die Idee hatte, durch Hormone eine Schwangerschaft vorzutäuschen, dadurch den Eisprung zu verhindern und die Frau dadurch eine Zeitlang unfruchtbar zu machen, dachte aber erst in zweiter Linie an Familienplanung, sein eigentliches Ziel war es, ein Mittel für eine eugenische Bevölkerungspolitik zu schaffen. "Mehr den je wäre es an der Zeit die Vermeidung einer minderwertigen Nachkommenschaft anzustreben." schrieb er 1921. Das war der Ursprung der Pille. Die Verhütungsforschung endete mit dem Nationalsozialismus, denn "deutsche Frauen" sollten gebären. Der Nachwuchs von "unerwünschten Rassen" hingegen sollte verhindert werden. Hormonforscher experimentierten jetzt in Konzentrationslagern mit Frauen an möglichst effektiven Sterilisationsmethoden.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Entwicklung von Spirale und Pille in den USA vorangetrieben. Nun setzten Wissenschaftler die Idee der "Bevölkerungsexplosion" in die Welt. Nicht Armut sollte bekämpft werden, sondern die Armen. 5 Jahre lang wurde die Pille an 700 puertoricanischen Frauen getestet. Die USA fürchtete eine massenhafte Einwanderung aus ihrem neuen 51. Bundesstaat. In Deutschland kam die Pille 1960 auf den Markt als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden, die empfängnisverhütende Wirkung stand auf dem Beipackzettel unter "Nebenwirkungen". Nur verheirateten Frauen mit mindestens zwei Kindern sollten sie verschrieben bekommen. Ein hilfloser Versuch, die HERRschende Sexualmoral aufrecht zu erhalten. Vergeblich. Die Pille nahm Frauen die Angst vor ungewollten Schwangerschaften, und sie begrüßten sie als Befreiung von illegalen Abtreibungen und Mußheiraten. Heute ist die Pille zurecht nicht unumstritten, sie schädigt auf Dauer die Gesundheit der Frau, schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten und betoniert die Ansicht: Verhütung sei Frauensache.

Kaum wer macht sich Gedanken über die Praktiken der Pharmaindustrie und Gynäkologie, das Verhältnis der Geschlechter und die Ordnung der Sexualität. Brechen wir das Schweigen und die Bretter vor den Köpfen!

Hoch die antinationale Frauenrandale!
Zerbröseln wir das Patriarchat!

{die kleine hexe}

"Das ungeborene Leben und die Klospülung"

Wäre die befruchtete Eizelle wirklich ein fertiger Mensch, müßte jeder Spontanabort (rund 10% aller Schwangerschaften), der ins Klo geht, zu umfangreichen Suchaktionen in den Abwasserleitungen mit anschließenden Trauerfeierlichkeiten führen.

Wäre bereits Ei oder Sperma menschliches "Leben", dann beginge jeder onanierende Mann millionenfachen Massenmord und der zölibatere Klerus stünde womöglich als kriminelle Vereinigung vor dem Gottesgericht.

Jutta Ditfurth