
Que(e)r-Programm / April 2001
4. April:
Infoveranstaltung ueber Skinheads in Oesterreich. Genauere Infos noch nicht verfuegbar ... Watch out for Flyer!
11. April:
Informationsveranstaltung ueber den VPM
mit El Awadalla
der vpm (verein zur förderung der psychologischen menschenkenntnis tritt höchst selten als solcher in erscheinung - und doch mischt er in der österreichischen politik immer wieder mit, zuletzt beim anti-eu-volksbegehren, das von einem angeblich unabhängigen personenkomitee proponiert wurde. doch schon in den 80er jahren waren vpm-mitglieder politisch aktiv: gemeinsam mit den wiener övp-frauen unter maria-rauch kallat zogen sie von bezirk zu bezirk, um gegen drogen (mit teilweise haarsträubenden "argumenten") zu wettern. ebenfalls schon in den 80ern betrieben vpm-mitglieder via öh-zeitungen eine veritable kampagne gegen schwule. bei den alljährlichen kongressen des vpm in vorarlberg treten immer weider größen aus dem rechten eck auf, beispielsweise kriemhild trattnig (FPÖ und känrtner heimatdienst), martin humer ("pornojäger") oder robert prantner (verteidiger des rechtskatholischen engelwerk).
18. April:
Empire
Am 20.4. werden Antonio Negri und Michael Hardt im Rahmen der Documenta 11 einen Vortrag in Wien halten und auch zu Diskussionen zur Verfügung stehen. Ihr letztes Buch "Empire", das erst auf Englisch erschienen ist, wird von manchen bereits als neues kommunistisches Manifest bezeichnet. Aus diesem Grund sollen einige ihrer Grundideen diskutiert werden:
(A) Die kapitalistische Organisation ist eine Antwort
und dadurch ein indirektes Produkt der Kämpfe
einer Multitude (der Vielheit der menschlichen Wünsche
und Bedürfnisse).
(B) Es gibt eine Tendenz des Kapitalismus von der formalen
zur reellen Subsumtion, d.h. vom Kommando über
die Ausbeutung (z.B. der bäuerlichen oder feudalistischen
Produktionsweise) zur direkten Organisation der Ausbeutung
(in der Fabrik).
(C) Diese Unterordnung hat sich in den letzten Jahrzehnten
von der Fabrik auf die ganze Gesellschaft ausgedehnt,
das gesamte gesellschaftliche Leben wird innerhalb
der kapitalistischen "Produktionsweise".
(D) Diese Tendenz zur reellen Subsumtion, der totalen
Unterordnung drückt sich in der Verschiebung weg
von der industriellen hin zur immateriellen Arbeit
aus. Immaterielle Arbeit bedeutet, daß die Produkte
nicht materielle Dinge wie Schuhe oder Autos sind,
sondern Wissen und Kommunikation, aber auch Gefühle
und Beziehungen.
(F) Die Entwicklung vom Imperialismus zum Empire hat
dazu geführt, daß die Ausbeutung und Unterdrückung
kein Zentrum mehr hat, sondern sich netzwerkartig durch
alle Gesellschaften zieht.
(G) Auch der Widerstands muß sich an diese neuen
Verhältnisse anpassen, netzwerkartig und global
sein. Die emanzipatorischen Elemente des Empire als
Produkt der Kämpfe der Multitude sind dabei erste
Ansätze einer konkreten Utopie.
25. April:
Que(e)r zeigt Filme aus:
"Die Kunst der Stunde ist Widerstand"
Die heurigen Videoarbeiten der "Kunst der Stunde
ist Widerstand"
spiegeln eine Vielfalt von politischer Phantasie in
Spektrum und
Positionierung. Sie dokumentieren einerseits Geschehnisse,
Protestformen des
Widerstands im letzten Jahr, andererseits entwickeln
sich experimentelle
Formen weiter. Trotz "Normalisierung" gibt
es wieder zahlreiche Arbeiten, die den "Normalzustand"
zu skandalisieren suchen und in ihrem
rebellischen Ausdruck das flexibel handhabbare Videoformat
wählen.
Hatten vor allem die ersten Arbeiten letztes Jahr noch
einen vorrangig
ironischen, beissenden Unterton, war der Eindruck dieses
Jahr bei der
Sichtung der Videoarbeiten anfang März beklemmend.
Sie zeigen
kein Selbstmitleid, aber sie spiegeln dennoch einen
zunehmend unerträglichen
Zustand ...
Programm:
- Trailer - Die Kunst der Stunde ist Widerstand,
Oliver Stotz &
Lisbeth Kovacic & Lukas Schaller 2.5'
- die kunst ist eine bärin und sie beißt
wen sie will, Volxtheater
Favoriten, 5,5'
- Resist, Simona Schimanovich, 0,3'
- elektrovortrag zum nazionalfeiertag, bady
minck, 5'
- Zufallsindoktrinator, Julia Starsky, Julius
Sternenhimml, 5,5'
- Torte statt Worte - Drahdiwaberl, Klaus Hundsbichler,
5,5'
- 20/5/2000, anonym, 13'
- 2 spots, get to attack, Anja Salomonowitz,1'
- Heimatgeflüster, Pia schauenburg, 1'
- Die Herren, Ewa Einhorn, Misha Stroj, 7'
- Mad in Austria, Elke Mayr, 0,5'
- Pony, Bär und Apfelbaum, acc, 12'
- Österreich rein! Amina Handke, 2,5'
- Krumpendorf ist ein Symbol, klara moser society,
11'
- Der graue Star, maschek., 8'
- Grüß Gott Österreich!, Bernadette
Huber, 4,25'
- Dankeschön, Thomas Horwath, 1'
dazu gibts Cocktails und andere Leckereien ...
